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Sächsische
Zeitung, 17. Oktober 2001:
Lieder und Literatur über Liebe und
Leben
Sehr anregender Literatur-Chanson-Abend mit
Jürgen Walter und Gisela Steineckert
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Fast 30 Minuten Zugaben sprechen für den Riesenerfolg,
den Gisela Steineckert und Jürgen Walter am Freitag im Q24"
mit Ihrem gemeinsamen Programm Special Tour 2002 Nacht"
erlebten.
Es war vor allem ein sinnlicher Abend, bei dem intellektueller
Humor nicht zu kurz kam. Viele schätzen Gisela Steineckert
als Autorin unzähliger Liedtexte für Interpreten der Schlager-
und Rockszene, wobei es ihr gelang, unser Alltagsleben und die zwischenmenschlichen
Beziehungen poesievoll zu umschreiben. Jetzt, an diesem Abend, wurde
die Schriftstellerin in ihren neuen und zum Teil sehr aktuellen
Texten konkreter, rückte das Weib" nicht vordergründig
in die erste Reihe, sondern stellte einfühlsam die Neugier
auf Gefühle der Geschlechter untereinander wohltuend heraus.
In einigen dieser Essays erreichte die Steineckert" im
Beziehungsreichtum Frau-Mann, eingebettet in gesellschaftliche Realität,
eine schriftstellerische Tiefe, wie wir sie zum Beispiel von Tucholsky
oder Kästner zu diesen Themen kennen.
Nicht immer gelingt es Autoren, ihre eigenen Texte
überzeugend selbst darzubieten. Anders Gisela Steineckert!
Ihre humorvoll-satirische Betrachtung der Geschlechter sagte mit
differenzierten Gesten und Nuancen sowie geschulter Sprachkultur
alles aus, was die Texterin dem Publikum transportieren wollte:
Appell an Vernunft und Kritik am Fernseh-Dirndl-Alltag.
Im Halbplayback-Verfahren sang Jürgen Walter
vor allem neue Lieder von Thomas Natschinski, unterstützt von
Kaspar Hansmann am Saxophon (beide live), wobei der Ton ausgezeichnet
gemischt war und der Interpret sich als großer gesamtdeutscher
Chansonnier bewies. Auch er setzte ganz differenziert gestalterische
Momente ein, die dadurch um so wirkungsvoller erscheinen. Bei den
vor allem sehr nachdenklichen Liedern ist diese Interpretationsweise
angemessen und überzeugend. Thomas Natschinski schuf damit
wiedermal kleine Kunstwerke für diesen Sänger nach Steineckerts
Vorlagen. Lieder und Texte passten dramaturgisch ausgewogen zueinander,
so dass ein einheitliches musikalisch-literarisches Theaterstück
entstand. Selbst in den Zugaben erreichten die Künstler diese
Qualität. Die erste musikalische Beigabe Clown sein"
wurde zum Credo für beide, denn Clowns, das wissen wir, sind
außerhalb der Bühne sehr ernsthafte Mitmenschen.
(Rolf Bäns)
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Lausitzer
Rundschau, 24. September 2001:
Kluge Lebensweisheiten und
viel, viel Emotion
Sehr anregender Literatur-Chanson-Abend
mit Jürgen Walter und Gisela Steineckert
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Mit dem Auftritt von Schriftstellerin
Gisela Steineckert und dem Sänger Jürgen Walter in einer
gemeinsamen Veranstaltung in der Lausitzhalle erlebten am Freitagabend
etwa 100 Gäste einen Literatur-Chanson-Mix allererster Güte.
War man bisher ihre Solo-Auftritte gewöhnt und durch sie ebenso
verwöhnt, so übertrafen die Zwei im "Doppelpack"
das bisher Gehörte noch einmal. Die Schriftstellerin und der
Schlager-Chanson-Sänger ergänzen einander auf wunderbare
Art. Was Gisela Steineckert in gehaltvolle Worte zu fassen versteht,
das unterstreicht Jürgen Waltermit seinem emotionalen und wunderbar
ironischen Gesang.
So waren an diesem Abend im Forumsaal der Lausitzhalle Gedankenspiele,
kleine Fachsimpeleien beispielsweise über das sehr interessante
Thema der Emanzipation (der Frau oder gar des Mannes?) zu hören.
Das Programm, gelesen, zitiert und gesungen, spannt sich über
die Schönheiten und Schwachheiten des Lebens und des alltäglichen
Trotts. Ironie und feiner, leiser Humor blieben nicht aus. Und immer
wieder spielte auch die Liebe eine wichtige Rolle in Text und Musik:
die glückliche, aber auch die enttäuschte, die erfüllte
und die sehnsuchtsvolle.
Gisela Steineckert, die in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag feierte,
hatte zudem unzählige, wach machende Lebensweisheiten mitgebracht
a la "Ein kluger Mann nimmt sich ne Schöne: Verstand
hat er ja selber". So? "Naja, ein bisschen Schreiben und
Lesen sollte sie schon können, aber muss sie deswegen gleich
eine Persönlichkeit sein?" Zwei Stunden gebündelte
Unterhaltung, Anregendes zum Nachdenken, Geschichten über das
Verlieren und Gewinnen, vom Nehmen und Geben, die so gut in die
Erfahrungen der Zuhörer passten. Dafür gab es viel Applaus
und zum Schluss Blumen für die Künstler.
(Ulrike Herzger)
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Ostsee-Zeitung,
17. September 1999:
Gisela Steineckert und Jürgen
Walter gastierten mit alltäglichen Geschichten in der Blechbüchse
Männer sind eben anders
und die Frauen auch
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innowitz(OZ) Immer noch viel schöner,
klüger, ehrlicher - wer möchte das nicht ab und zu sein.
Oder einfach mal sagen können, was einem gefällt und was
nicht. Zwischen den großen Wünschen und den letztendlichen
Taten besteht meist jedoch ein himmelweiter Unterschied.
Menschliche Schwächen und Vorlieben, gespickt mit einer großen
Portion Augenzwinkern, boten Gisela Steineckert und Jürgen
Walter am Mittwochabend in der Blechbüchse. Da wurde Ehrlichkeit
präsentiert ohne gleich den drohenden Zeigefinger zu erheben.
Warum sollte ein Mann denn nicht einmal erzählen, dass er
die schöne Sekretärin gern mal auf den Schreibtisch legen
würde, ihm der Gedanke daran jedoch bereits Schweißperlen
auf die Stirn treibt. Schließlich ist es ja auch nur so ein
Traum, hat doch jeder mal, nur keiner gibt es gern zu. Und warum
soll eine Frau nicht sagen, dass sie irgenwann einmal ihrem Mann
ganz unverfroren sagen wird, sie hätte heute keine Lust mit
ihm zu schlafen. Na ja und wenn ein Vater schmunzelnd gesteht, dass
er seine Kinder manchmal, eben nur manchmal, besonders lieben würde,
wenn diese gerade entführt worden sind und er gar kein Lösegeld
hat, ist auch nichts dabei. Diesen ungeschminkten Wahrheiten konnte
und wollte sich wohl kaum ein Zuhörer in der fast ausverkauften
Blechbüchse entziehen. Das Bühnenpaar durchbrach in Sekunden
die Barriere zum Publikum, sang und las sich in ihre Herzen, so
sie nicht schon längst dort einen Platz hatten.
Jürgen Walters Gesang und Gisela Steineckerts Texte wurden
zu einem ausgewogenen Programm kombiniert. So war denn auch in der
Pause der Wunsch, gerade Erlebtes auf Papier oder Tonträger
zu erwerben, ausgesprochen groß. Auch die Akteure selbst lauschten
einander aufmerksam, denn Mann und Frau konnten vom Zuhören
gleichermaßen profitieren.
(F.A.)
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| Stralsund(OZ)
Nichts war Gisela Steineckert heilig, als sie mit Jürgen Walter
in der Spezialtour" am Freitagabend im Remter gastierte.
Alles und jeden zog sie durch den Kakao.
Über 150 Leute kamen, um das Gespann" live zu
erleben. Wir befinden uns im 34. Lebensjahr unserer Beziehung",
begrüßte Gisela Steineckert das vornehmlich ältere
Publikum. Aus Schwerin war Familie Matschke angereist, um Jürgen
Walter zu sehen und zu hören. Und er enttäuschte niemanden.
Doch was viele ihm schon früher als Arroganz auslegten, entpuppte
sich im Remter als gute Schauspielerei. Theatralisch, mimen- und
gestenreich zog er jeden Zuhörer in seinen Bann. Um das große
Thema Liebe geht es in den meisten Liedern seiner neuesten CD Liebesnacht",
auf der fast alle Texte von Gisela Steineckert stammen. Vielbeklatschte
Kostproben daraus bekam das Publikum zu hören. Doch auch alte
Hits wie Schallali, schallala" und Clown sein"
fehlten nicht.
Die Lieder Walters waren das eher sanfte Pendant zu den Texten
von Gisela Steineckert. Mit Gedichten über den Fernsehkonsum
traf sie den Nerv der Zeit. Da war dann von Blödis, die
aus dem Container grüßen" die Rede und von dem Quiz-Show-Wahn.
Doch auch Gisela Steineckert setzte sich in erster Linie mit der
Liebe auseinander, wenn auch im weitesten Sinne. Die typische Meinung
der Männer, dass Frauen die schlechteren Autofahrer sind, verpackte
sie in ironische Watte. Frauen dürfen schon am Straßenverkehr
teilnehmen. Allerdings müsste die Regel eingeführt werden,
dass Frauen nie Vorfahrt haben..." Mit bierernster Miene trug
sie ihre ironischen, manchmal auch sarkastischen Texte vor. Der
erhobene Zeigefinger war nicht ihr Ding.
Die Spezialtour der beiden hatte in der Hansestadt Premiere, und
beide sprachen von enormem Lampenfieber im Voraus. Das Stralsunder
Publikum bedankte sich für einen wunderschönen und abwechslungsreichen
Abend mit langanhaltendem Applaus. Ein kleiner Plausch mit den Zuschauern
nach der Veranstaltung machte das Duo nur noch sympathischer.
(M. Weber)
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Lausitzer
Rundschau, September 2001:
Das Visier blieb oben
Einfühlsames Zwiegespräch : Die
Autorin und der Sänger
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| Der
Wind hat sich gedreht, singt Jürgen Walter, und alle halten den
Atem an. Denn urplötzlich hat diese Liedzeile eine neue Bedeutung
bekommen. So können auch Gisela Steineckert und Jürgen Walter
am Samstagabend im Cottbuser Konservatorium nicht unbeschwert in vergnüglichen
Erinnerungen schwelgen, wie sie es eigentlich vorhatten. Sie kennen
sich seit über 30 Jahren: die Schriftstellerin und der Chansonnier.
Seitdem schreibt sie ihm einfühlsame Liedtexte, er gibt ihnen
unverwechselbare Stimme.
Erstmals gemeinsam auf einer Bühne zeigen sie, pointiert
von den Saxophonklängen Caspar Hansmanns, wie spannungsgeladen
und produktiv so eine lang andauernde Beziehung sein kann. In deinem
wie in unserm Leben gab es unverhofften Bruch, Spruch, Widerspruch,
meint Gisela Steineckert. Aber dafür soll man sie loben: Ihr
Visier war die ganze Zeit oben.
Seismographisch erspüren die beiden die Gefühle, Sehnsüchte
und Befürchtungen der Menschen, für die sie schreiben
und singen. So beginnt auch Gisela Steineckert diesen Abend mit
einem Gedicht, in das sie ihre Ängste hineinschrieb nach jenem
grausamen Terroranschlag in den USA. "Das Leben verdirbt, wenn
nur eine Stadt auf dieser Erde stirbt." So warnt sie. Und:
"Du riechst ihn im Wind, ehe der Krieg beginnt."
Später wird sie von einem Film erzählen, der nach einer
wahren Begebenheit gedreht wurde. Seit Jahren spürt ein Jäger
einem Bären nach, um ihn wegen seines Fells zu erlegen. Als
er sich an einem Bach erfrischt, entwaffnet für den Moment,
taucht plötzlich der Bär auf, reckt sich zu voller Größe,
hebt unheilvoll die mächtige Tatze. Dann das Unfassbare: Der
Bär trottet davon. Und der Jäger, der jetzt ohne Gefahr
sein Gewehr greifen könnte, schießt nicht. Niemand kann
sagen, warum der gedemütigte Jäger den Bär nicht
berührte. Stille im Saal, während das Gleichnis in Liedern
Jürgen Walters nachklingt. Hoffnung behauptet sich in diesem
einfühlsamen Zwiegespräch zwischen der Autorin und dem
Sänger, in dem das Publikum stiller Teilhaber ist. Und wo könnte
man mehr Hoffnung schöpfen als aus der Liebe? Die Liebe ist
eine warmer, duftender, ofenfrischer Kuchen, dessen Rezeptur niemand
kennt, obwohl alle Zutaten bekannt sind, so sagt es die Dichterin.
Und der Sänger durchlebt noch einmal die "Liebesnacht",
streichelt mit seiner Stimme die geschundene Seele, macht Mut: "Lach
nur, mein Leben!"
Und es fehlt auch nicht an trefflichen Alltagsbeobachtungen über
kleine und große Missverständnisse.
Wo das Zwerchfell erschüttert wird, bleiben auch Herzen nicht
unberührt. Zum Beispiel mit jener Parabel auf die Architektur
der Rose. Die Rose deckt ihr Innerstes zu, schützt es vor Frevelhaftigkeit.
Schön ist die sanfte Verschlossene. Aber sie überwältigt
nicht. Der Wind der eigenen Neugier öffnet sie. Da zeigt sie
alles, was sie ist, lässt sich los in ihr eigenes Risiko. "Wir
sind Menschen,", sagt die Poetin, "wir müssen uns
niemals loslassen ins Risiko. Aber das ganze Leben und die ganze
Liebe ist es dann eben nicht."
(Ida Kretzschmar)
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Berliner
Zeitung, 10. Mai 2001:
Ein altes Trio wieder komplett
Zur Lesung mit Texterin und Komponist
kam überraschend auch der Sänger
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Mensch, der Jürgen Walter"
wird im Publikum geflüstert, als der Chansonnier plötzlich
in der Marzahner Probebühne steht. Und als der 56-Jährige
dann auch noch seine Hits "Rund um die Uhr reicht die Zeit"
und "Ich bin ein Mann" anstimmt, summen die Ersten mit.
Dann gibt es heftigen Beifall. Walter ist Überraschungsgast
beim Leserforum der "Berliner Zeitung" am Dienstagabend
mit Arndt Bause und Gisela Steineckert. Und überrascht sind
nicht nur die Zuschauer, sondern vor allem Bause, beide haben sich
längere Zeit nicht gesehen. Damit ist das alte Team komplett:
Der Spitzenkomponist, die Chef- Texterin und der Sänger mit
dem besonderen Charme waren in der DDR ein Erfolgs-Trio.
Erinnerung ist an diesem Abend angesagt - weil Bause und Steineckert
gerade das Buch "Der Mann mit der goldenen Nase" veröffentlicht
haben. Die Episoden und Geschichten aus dem DDR-Showgeschäft
und dem Künstlerleben kommen bei den knapp 100 Zuhörern
gut an. Vor allem, weil der 64-jährige Bause seine Erinnerungen
mit viel Humor geschrieben hat. Etwa, wie die NVA-Führung Komponisten
und Musiker zu einem Manöverbesuch eingeladen hatte, in dem
Glauben, sie so zum Schreiben von Liedern für die Armee zu
inspirieren. Das musste schief gehen. Zurück blieb ein angesichts
des Gefechtslärms verstörter Komponist, der sich schwor,
nie wieder an solchen Veranstaltungen teilzunehmen und natürlich
nie ein Militärlied produzierte.
Warum sie das Buch geschrieben haben, wird Steineckert gefragt.
Weil sie nicht wollten, dass die Geschichte der DDR-Unterhaltungskunst
vergessen wird. Und sie nutzt den Abend, um mit Legenden aufzuräumen.
Etwa der, dass Heinz Quermann das Lied "Sing mei Sachse, sing"
trotz drohenden Verbotes in seiner Radiosendung zum Hit gemacht
habe. "Da hat sich Heinzelmann eine Legende gebastelt",
sagt die 69-Jährige. Der Song, der in den 80er-Jahren zur Hymne
wurde, sei von allen Verantwortlichen ausdrücklich gewünscht
worden.
Jürgen Walter erklärt, warum seine Songs jetzt kaum
noch im Radio zu hören sind. Die Antwort wird mit Gelächter
quittiert. "Mir wurde gesagt, dass meine Lieder zu intelligent
sind." Bevor er wieder auf die Bühne geht und singt, verkündet
er noch die gute Botschaft: Voraus- sichtlich im Herbst soll es
eine neue CD von ihm geben - er hofft wieder in Zusammenarbeit mit
dem Team Bause/Steineckert. Das lässt für viele Zuhörer
den Abend zum völligen Hochgenuss werden. "Die drei sind
außergewöhnliche Künstler", sagt die 44- jährige
Erika Schimmler, die mit ihrem Mann aus Lichtenberg nach Marzahn
gekommen ist. Für Maritta Klaus (52) sind die Steineckert-Texte
von einer Lyrik, "die es nicht noch ein zweites Mal gibt".
(Mathias Raabe)
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