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TLZ.de,
19. November 2006:
Architektur
der Rose
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"Über die Männer und uns" dachten
Veronika Fischer und Gisela Steineckert laut nach im Kultur- und
Kongresszentrum.
BAD LANGENSALZA (ter).
Veronika Fischer (55) und Gisela Steineckert (75)
zusammen auf der Bühne: Geht das gut? Und ob! Was sind schon
Äußerlichkeiten ...
Schon die ersten Sätze der Steineckert zischen
wie Pfeile von hinten durch die Kniekehle in die Brust. Manchmal
ist es ein kleines Wort, in dem die Schärfe steckt: Der 11.
September und alles, "was sich seither erklären w i l
l mit ihm". Will!
Ja, kritisch ist diese Frau. Gegenüber anderen
- und gegenüber sich selber. Spöttisch-satirisch und gleichzeitig
mit einer vieles verstehenden menschlichen Wärme nimmt sie
die kleinen Macken und großen Fehler des Mannes neben ihr
aufs Korn. "Auch das gehört zu den Dingen, die schön
sind an Frauen - dass sie immer mehr wissen, als sie sagen d ü
r f e n."
Gisela Steineckerts Gedichte wie ihre Prosa stecken
voller geschliffener Aphorismen, ohne dass davon die Poesie erschlagen
würde. Als sie lange genug mit kritisch-liebendem, ironischem
Blick über die alltäglichen Reibungen mit dem Mann berichtet
hat, zu dem sie sich seit 34 Jahren bekennt, wird es Zeit, eine
Lanze für die Gleichberechtigung des Mannes zu brechen. Und
"das ist gar nicht so leicht durchzusetzen. Vor allem gegen
Männer." Überkommene gesellschaftliche Übereinkünfte
stellen wahre Gleichberechtigung im täglichen Miteinander immer
wieder in Frage. Gisela Steineckert hat eine sanfte Art, das zu
kommentieren: "Wir haben das Recht, jeden Mann zu lieben, sobald
wir ihn nicht verstehen."
Die Autorin kann scharf um die Ecke denken, treffsicher
formulieren. Und sie beherrscht die Rede vor Publikum ganz ausgezeichnet.
So erst wird überdeutlich, was beim flüchtigen Lesen ihrer
Texte vielleicht unverstanden bliebe. Diese Eindringlichkeit, die
mit Agitation so wenig zu tun hat wie Weihnachten mit dem Weihnachtsmann,
zieht ihr Publikum in den Bann.
Doch was wäre dieser Abend ohne Vroni gewesen?
Die Menschen sind gekommen, um sie singen zu hören. Trotz Play-back
kommen sie voll auf ihre Kosten. Zart, träumerisch, leidenschaftlich,
kämpferisch ist dieser Gesang. Einschmeichelnd bis schneidend
scharf die Stimme, immer ganz nah am Wort und seiner Bedeutung.
Rock? Pop? Chanson? Volksliedhaftes? Blues? Alles. Ohne Brüche
zu einer ganz neuen Einheit verwoben. Jedes Lied hat sein musikalisch
Unverwechselbares, und doch ist es zugleich echt Veronika Fischer.
Und das, obwohl die Musik mal von ihr, mal von anderen Komponisten
stammt. Was heißt, dass sie wählerisch ist bei der Wahl
ihrer musikalischen Partner. Ihre Lieder gehen unter die Haut; man
hat das Gefühl, Urlaub vom Banalen machen zu dürfen. Und
blickt auf das wirklich Wichtige. Gisela Steineckert: "Sieh
doch für einen Augenblick die Architektur der Rose."
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Leipziger
Volkszeitung, 28. August 2005:
Fischer
und Steineckert verzaubern ihr Publikum
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Eilenburg. Viele Besucher der Veranstaltung in der
Baderscheune hatten Veronika Fischer und Gisela Steineckert wohl
noch von ihrem letzten Besuch vor drei Jahren in guter Erinnerung.
Die Baderscheune war am Sonnabend ausverkauft. Die beiden Künstlerinnen
traten mit ihrem neuen Programm "Über die Männer
und uns" auf. Dabei vereinten sie Lyrisches mit bekannten Titeln
der Fischer auf eine Art und Weise, die verzauberte.
"Wir kommen immer sehr gern in diese Gegend",
so die Frauen vor der Veranstaltung. Allzu gut konnten sie sich
noch an den Zustand der Stadt nach der Flut erinnern. Doch diesmal
standen im Programm ganz andere Themen zur Debatte. "Ich schreibe
sehr gern für die Vroni Texte und habe so die Möglichkeit,
Dinge aus einer anderen, jüngeren Frau heraus zu sagen, was
ich sonst nicht könnte", schwärmte die Lyrikerin
Steineckert.
Das Thema des Verhältnisses zwischen Mann und
Frau wurde während des zweistündigen Programms auf eine
sehr unterhaltsame und nachdenkliche Weise erörtert. Die Texte
von Gisela Steineckert waren ebenso spitz wie erfrischend und hatten
jede Menge Herz. Dies wiederum gepaart mit altbekannten und neuen
Liedern der Vroni von "Guten Tag" über "Tief
im Sommer" bis hin zur aktuellen CD "Dünnes Eis"
rundete das Ganze ab und begeisterte das Publikum. Zugegeben, an
mancher Stelle waren es wohl eher die Frauen, die starken Applaus
spendeten.
Aber spätestens als Steineckert aufrief: "Schluss
mit der Unterdrückung der Männer, für mehr Selbstbestimmung
und Emanzipation des starken Geschlechts", waren sie wieder
versöhnt. Zum Abschluss legte die Vroni noch mal so richtig
los und verzauberte mit ihrer Stimme. Am Ende des Abends waren alle
Besucher zufrieden, erst nach zwei Zugaben ließen die Eilenburger
ihre Gäste von der Bühne. Demnächst will Fischer
mit einem neuen Programm, gemeinsam mit Ulla Meinicke, Angelika
Mann und Jacelyn B. Smith durch deutsche Städte touren. Auf
ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum und die geplante Tournee
2006 können sich Fans schon jetzt freuen.
(Ute Lehmann)
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Sächsische
Zeitung, 1. Dezember 2003:
Steineckert
springt für Vroni in die Bresche
Am Freitag
gastierten Veronika Fischer und Gisela Steineckert in der Scheune
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Veronika
Fischer und Gisela Steineckert trafen in Ludwigsdorf auf ein interessiertes
Publikum. Foto: Rolf Ullmann
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"Essen
Sie ruhig! Muss ja nicht kalt werden. Ja und Sie, trinken Sie!,
meint Gisela Steineckert. Mit viel Ironie und damit Ihrer Art von
Humor erntet Steineckert wieder kräftigen Applaus. Schon am
Anfang der Veranstaltung macht sie dem Publikum klar, dass sie eine
gute Wahl getroffen haben. Die Alternative wäre sicherlich
das Abendprogramm der Fernsehanstalten gewesen. Hier habe man sich
aber für die bessere Variante entschieden. Heißt aber
auch, nicht rauchen: Für Vroni. Mit dieser Bitte
von Steineckert an das Publikum hat der Abend in der Scheune des
Gutshof Hedicke begonnen.
Für Veronika
Fischer springt Gisela Steineckert in die Bresche. So erzählt
sie eine ihrer unterhaltsamen Anekdoten bis Speis und Trank verzehrt
sind. Dann kann Vroni wieder singen. Denn Respekt hat
sie sich allemal verdient. Dabei essen und das Ganze als Löffelmusik
konsumieren, ginge nicht. Ihre Lieder sind Lieder zum Zuhören.
Keine, die nebenbei mitdudeln. Es geht um Liebe die Melodien
immer melancholisch und oft in Moll gehalten. Ohne Schlagzeug oder
hämmernden Bass: nur ein Gitarrist und Pianist aus der
Band Lift bekannt begleiten sie. Das Publikum genießt,
ob der gute bekannte Schlager aus vergangenen Zeiten oder das Neue
aber immer besinnlich. Beides trifft und man mag sich nur
Fragen, was das riesige Technikaufgebot am anderen Ende der Scheune
soll. Fischers Stimme hat Power und bedarf in solch einem Rahmen
keiner technischen Verstärkungen und Halleffekte. Der Techniker
nimmt seinen Job ernst, meint es aber im Scherz, wenn er fast jede
Bedienung schmunzelnd anfährt: Sie notier ich mir.
Immer wieder
wechseln sich Fischer und Steineckert ab. Steineckert erzählt
ihre Anekdoten, manchmal assistiert von Fischer. Deutschland
sucht den Superstar, kein Schwein ruft mich an, spielt sie
mit der Sprache. Ihre forsche Art zu erzählen macht den Abend
spannend. Lockeres Erzählen, ohne an Texten zu kleben, lässt
nicht den starren Charakter von Buchlesungen aufkommen. Steineckert
und Fischer sinnieren über ein gemeinsames Buch.
Selbstironie, Satire über Mann und Frau und beide in Gemeinschaft
die Scherze werden am Ende der Veranstaltung die Fans zum
Signieren der Bücher Männer wie Frauen fließen
erst hin, danach jubeln sie an die Bühne eilen lassen.
Aber bevor es
soweit ist, müssen erst zwei Stunden vergehen. Die volle Scheune
verlangt lautstark trampelnd Zugaben mancher sogar mit stehender
Ovation.
(René
Tzschoppe)
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Leipziger
Volkszeitung, 16. September 2002:
Veronika
Fischer sang noch zwei Lieder extra
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Eilenburg. Das
hätte sich die dritte von vier Töchtern eines biederen
Tischlermeisters aus dem thüringischen Wölfis, einem kleinen
Dorf zwischen Gotha, Crawinkel und Oberhof, damals nicht träumen
lassen: Aber schon Mitte der siebziger Jahre war Veronika Fischer
in der DDR ein Star am Rock- und Pophimmel. Auch als sie 1981 nach
Westberlin ging, und sie manche Künstlerkollegen deshalb als
Verräterin diffamierten, die Fangemeinde blieb ihr treu. "Vroni"
ging ihren Weg, durch manche Höhen und Tiefen. Jetzt ist sie
wieder, oder besser gesagt, sie ist immer noch da. Länger als
30 Jahre steht sie mittlerweile auf der Bühne, mal mit Band,
mal solo, mal mit diesem, mal mit jenem Partner. Das will in der
schnelllebigen und kurzatmigen Musikszene etwas heißen.
Sie sieht immer
noch blendend aus, ihre Stimme ist kraftvoll, aber auch weich und
biegsam, ihre Texte sind intelligent, ihr Sound unverwechselbar.
Vielleicht macht gerade diese besondere Mischung, dass ihr Stern
nach wie vor am Pophimmel strahlt. Allerdings, in eine Schublade,
in die sie westliche Plattenfirmen allzu gerne einsortieren würden,
will sie sich nicht pressen lassen. Ihr Genre ist ein ganz besondere
Mischung aus Rock, aus Pop, Chanson, Rockballade, Liedern voll lyrischer
Empfindung und eben ihrer eigenen unverwechselbaren Interpretation
von alledem. Sechszehn CDs hat sie im Laufe der Zeit produziert,
eine siebzehnte ist in Arbeit.
Was sie singt
und wie sie singt, das konnten die Besucher am Freitagabend in der
Eilenburger Baderscheune erleben. Bekannte und weniger bekannte
Lieder waren dabei. "Auf der Wiese haben wir gelegen"
zum Beispiel oder "Man nannte sie Madame", "Wenn
ich eine Schneeflocke wär" und manches andere. Wer es
bis dahin noch nicht wusste - ein Großteil der Liedtexte stammt
von der bekannten Lyrikerin Gisela Steineckert. Dass die Musikkritik
der "Vroni" anerkennend immer wieder Melodien und Texte
voller Atmosphäre bescheinigt, ist auch ein Verdienst dieser
20 Jahre älteren Freundin. Überhaupt Gisela Steineckert:
Sie war an diesem Abend - ja was eigentlich? Moderatorin? Talkmasterin?
Interviewpartnerin? Verständnisvolle ältere Freundin?
Dichterin, die aus eigenen Werken liest? Es war von allem etwas
dabei und gerade diese eigene Art, wie die Beiden auf der Bühne
miteinander umgingen, machte das Besondere des Abends aus.
Wie aus den
Plaudereien zwischen den Liedvorträgen zu erfahren war, waren
die Beiden jahrelang umeinander herumgeschlichen. Obwohl Veronika
Fischer schon seit Mitte der 70er Jahre Texte Gisela Steineckerts
gesanglich interpretierte, waren sie sich stets aus dem Weg gegangen.
Nach Veronikas Weggang hatten sie sich zwangsläufig ganz aus
den Augen verloren. So kam es, dass sie sich erst nach der Wende
persönlich kennen und schätzen lernten. Richtig zu einander
fanden die Beiden auch äußerlich so grundverschiedenen
Frauen bei der gemeinsamen Arbeit an einem Buch, betitelt: "Diese
Sehnsucht nach Wärme", Verlag das Neue Berlin 1991.
Sicher, an diesem
Abend schwang auch viel Eigenlob und Selbstdarstellung mit, aber
das muss wohl so sein. Reproduzierende Künstler vor allem brauchen
nun mal die Bühne, die öffentliche Anerkennung genau so,
wie den materiellen Erfolg. Beides sei ihnen gegönnt. Den Gästen
gefiel der Abend so gut, dass Veronika zwei Zugaben nachschieben
musste, darunter das Lied, das auch einer CD von ihr den Titel gab:
"Tief im Sommer".
(Wolfgang Hirsch)
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Ostsee-Zeitung,
7. Juni 2002:
Von
der Sehnsucht nach Wärme
Viel beachtete
Steineckert-Fischer-Lesung in Bad Doberan
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Während
der Arbeit am Buch habe die fast 70-jährige Gisela Steineckert
(r.) nicht nur der Vroni geholfen ihren Weg zu
ordnen. Über sich selbst nachzudenken und in Nostalgie
zu schwelgen, begleiteten die Fertigstellung, erzählte
die Autorin.
Foto:
Dorit Weidlich
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Bad Doberan
(OZ) Sie sei nicht vor 21 Jahren einfach in den Westen abgehauen.
Nachdem Franz
Bartsch, mit
dem sie 1974 ihre eigene Band gründete, von einem Konzert in
Westberlin nicht zurückkam, war die Karriere der Veronika Fischer
im Osten beendet. Keine Angebote mehr und ein Plattenverkaufsverbot.
Die Übersiedlung in den Westen wurde für sie lebenswichtig.
Vor 12 Jahren
haben sich dann die Sehnsucht nach Wärme"-Sängerin
und Gisela Steineckert gefunden, um ein Buch über das nicht
immer ganz einfache Leben der Veronika Fischer zu schreiben. Welche
Arbeit und Konflikte hinter den Erfolgen stecken, erzählt die
durch ihre Ehrlichkeit bekannte Schriftstellerin. Davon konnten
sich 200 Gäste der Fischer-Steineckert-Lesung am Mittwoch in
der Kreisverwaltung Doberans ein Bild machen. Sie wurde durch eingespielte
Fischer-Lieder umrahmt.
Die ungewöhnliche
Frauen-Kombination hat uns gelockt", gestanden Annett und Steffen
Gülzow (35) aus Kühlungsborn. Mit viel Humor, aber auch
beißendem Sarkasmus, überzeugte die Steineckert die Doberaner
an diesem Abend.
(D. W.)
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Ostsee-Zeitung,
27./28. April 2002:
Theaterabend
zeichnete Lebensstationen von Veronika Fischer
Beliebte
Sängerin schaut zurück
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Stralsund(OZ)
Es sollte keine Lesung, aber auch kein Konzert werden, kündigte
Gisela Steineckert den musikalisch-biografischen Abend mit Veronika
Fischer am Donnerstag im Theater an. So wurde es eine Talkrunde
mit Live-Musik und Melodien aus der Konserve, aber auch eine Buchvorstellung.
Die gebürtige
Thüringerin singt crossover", wie sie treffend das
bezeichnet, was sie macht. Chanson, Rock und Schlager sind die Elemente
ihrer Kunst, mit der sie sich in die Herzen einer großen Jüngerschar
gesungen hat. Seit nunmehr 30 Jahren tut sie das mit außerordentlichem
Erfolg.
Mit dem Buch
Diese Sehnsucht nach Wärme", das die Sängerin
gemeinsam mit der Dichterin Gisela Steineckert verfasste, sollte
Rückschau gehalten werden auf ein wechselvolles Leben. Das
ist beiden Frauen inhaltlich gelungen, auch wenn der etwas konstruiert
wirkende Dialog auf der Theaterbühne streckenweise in den betulichen
Plauderton eines Kaffeeklatsches abglitt. Am authentischsten wirkte
der Abend, wenn Passagen des Buches gelesen wurden. Wie die Anfang
der 80-er Jahre verbittert in den Westen ausgereiste Sängerin
ihren ersten Fernsehauftritt in der Dresdener Semper-Oper nach der
Maueröffnung beschrieb, ging einfach nur nahe. Das saß
jedes Wort.
Jede Note passte
ebenso, wenn Gitarrist Knut Becker und Pianist Franz Bartzsch Vroni
bei alten und neuen Songs musikalisch begleiteten.
(C. Rö.)
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Ostsee-Zeitung,
29. April 2002:
Vronis
Sehnsucht nach Wärme dauert an
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Nach der
Veranstaltung mussten Gisela Steineckert (vorn) und Veronika
Fischer jede Menge Bücher und CDs signieren.
OZ-Foto:
C. M.
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Greifswald (OZ)
Veronika Fischer in Greifswald - ohne Zugaben ging da an diesem
Freitagabend gar nichts. Zumal Vroni, wie sie nicht nur von Künstlerkollegen,
sondern auch ihrem Publikum liebevoll genannt wird, mit großer
Besetzung erschienen war. Neben Erfolgsautorin Gisela Steineckert,
die Vronis Lebensgeschichte für die Nachwelt festgehalten hat,
waren auch ihr genialer Komponist Franz Bartzsch und Gitarrist Knut
Becker mit von der Partie im Theater Vorpommern. Das Publikum im
vollen Haus gemischt - ältere Jahrgänge, die noch immer
die allerersten Hits der Fischer aus dem effeff können, und
junges Volk in trauter Eintracht. Viele waren gekommen, weil die
voluminöse Stimme von Veronika Fischer nach wie vor für
Gänsehaut sorgt.
Doch anders
als bei Konzerten, wo Vroni als der Star gefeiert wird, warfen sich
bei dieser musikalischen Lesung die Fischer, Franz Bartzsch und
Gisela Steineckert gegenseitig die Bälle zu und gewährten
den Zuhörern bislang nie gekannte Einsicht in das Leben der
Thüringerin Veronika Fischer. Sichtbar wird ein Mensch - mit
Höhen und Tiefen, Ecken und Kanten. Dabei las Gisela Steineckert,
die auf sehr einfühlsame Weise am Anfang deutlich machte, wie
wichtig und richtig jener genussvolle Abend trotz der Geschehnisse
in Erfurt ist, relativ wenig direkt aus ihrem Vroni-Buch. Sie unterhielt
sich viel lieber charmant-unaufdringlich und dabei immer liebenswürdig-neugierig
mit der Künstlerin: Über ihre Kindheit in Thüringen,
ihr Studium in Dresden, ihre Arbeit in Berlin, den Weggang aus der
DDR, den Neuanfang im Westen, ihre Erfahrungen und Empfindungen
nach der Wende, ihre Ehe, den wohl geratenen Sohn. Spürbar
dabei in jedem Satz diese Sehnsucht nach Wärme. Der Titel des
Steineckert-Buches kommt also nicht von ungefähr.
Höhepunkte
- wie auch nicht anders zu erwarten - Vronis Musik. Kein nostalgischer
Rückblick, wohl aber ein phänomenaler Querschnitt ihres
Schaffens. Egal, ob zusammen mit Bartzsch oder solo, sie ist immer
noch eine First Lady. Dabei, so bekennt sie selbst, seien ihre Lieder
eigentlich Nischenprodukte. Kein reiner Rock, Pop, Schlager schon
gar nicht, auch nicht der herkömmliche Liedermacher. Doch mit
ihren lyrischen Balladen erreicht sie nach wie vor die Herzen ihres
Publikums. Greifswald hat es bewiesen.
(C. M.)
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Sächsische
Zeitung, 25. April 2002:
Diese
Sehnsucht nach Wärme
Veronika
Fischer und Gisela Steineckert plaudern im Burgtheater
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Eine Schöne
und Eitle! Eine überklug Belesene! Aufgeblähtes Getue!
Nichts dergleichen am Montag Abend im Burgtheater Stolpen. Waren
es die alten Hits? War's das Erinnern an tiefgreifende Verse, dem
Leben abgelauschte Geschichten? Oder war es das Gefühl, zwei
Frauen von uns" zu erleben? Was auch die Massen nach Stolpen
gelockt haben mag, enttäuscht war keiner.
Gisela Steineckert
sitzt am Tisch und sagt mit schelmisch blitzendem Blick: Es
ist nichts Neues, wenn ich verrate, dass ich nicht Veronika Fischer
bin." Und sie erzählt, wie das vor 25 Jahren war. Im Roten
Rathaus in Berlin, am kalten Buffet, als Veronika Fischer, Günter
Fischer (nicht verwandt und nicht verschwägert) und Gisela
Steineckert den Kunstpreis erhielten. Wie schön die ist!
Und wie die guckt!" So hat Gisela Steineckert damals gedacht.
Nicht ahnend, dass ein Wunder geschieht. Wir sind wie zwei
Hexen auf ihren ureigensten Besen! Und ich wusste nicht, dass es
das Schwerste in meinem Leben wird, ein Buch über Veronika
Fischer zu schreiben. Sie wusste so wenig von sich, was wir begreifen
können, was wir tolerieren müssen." Sie erzählt,
wie sie dem nachgespürt hat, was die außergewöhnliche
Sängerin zu einem warmherzigen Menschen werden ließ.
An das Buch
Diese Sehnsucht nach Wärme" habe niemand so richtig
geglaubt. Ich auch nicht!" Sagt's und schenkt dem Publikum
ein bedeutungsvolles Lächeln. Holt lachend Veronika Fischer
zum Podium. Vroni hatte voriges Jahr 30-jähriges Bühnenjubiläum.
Jede hat ein Buch vor sich. Eine Lesung aber wird's nicht. Sie reden
als säßen sie plaudern am Kaffeetisch. Ergänzen einander
so: He, jetzt werden so viele 50. Man muss dauernd auf Geburtstagen
sein", und Ich singe da auch
, demnächst in
Dresden." Dann Ergriffenheit. Andächtiges Lauschen auf
die Einspielung von Warum ich weine, mein Freund?" Vronis
Kindheit in Thüringen, ihr Studium an der Hochschule für
Musik in Dresden, Reisen zu den sozialistischen Brüdern, ohne
Zuzugsgenehmigung in Dresden wohnen, berühmt werden, einen
Ungarn lieben, heiraten, ein Kind wollen und auch kriegen, sich
an Zeit für ein Kind" (Kurt Demmler/Franz Bartsch)
erinnern. Betroffenheit darüber, dass der Mann, der Sohn bei
Westreisen zu Hause bleiben mussten. Als Geisel! Franz Bartsch wurde
republikflüchtig. Über Nacht konnte der Vroni keiner ein
neues Repertoire schreiben.
Arbeitslos.
In der DDR! Einspielung Es war ein Land, mein Land!"
Stille und dann Applaus. Vroni war auch gegangen. Zehn Jahre Exil!
Sie hat sich durchgebissen. Der 9. November 1989 wurde der zweite
schönste Tag ihres Lebens (der erste Benjamins Geburt). Alles
hat seine Zeit!"
Es ist spät
bei der Signierstunde. Sie wird zu einer kleinen, aber feinen Begegnung.
Zwei Künstlerinnen geben sich nicht wie du und ich. Sie sind
es.
(Karla Hertwig)
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Freie
Presse, 3. April 2002:
Glauchau:
Mit deutschen Liedern ein Star geblieben
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Du hättest
heute Abend auch Fernsehen können...", provozierte Gisela
Steineckert am Dienstag mit eigener Lyrik gewissermaßen zum
Aufwärmen das Publikum im dicht besetzten Konzertsaal von Schloss
Forderglauchau. Doch für die Glücklichen, die eine Karte
ergattert hatten, bedurfte es dieser Koketterie nicht. Die Strategie,
die Schriftstellerin Gisela Steineckert und die Sängerin Veronika
Fischer im Doppelpack auf Lesereise zu schicken, erwies sich in
Glauchau als Verkaufsschlager.
Ebenso wie das
gemeinsame Buch Sehnsucht nach Wärme". Obwohl anfangs
niemand an einen Erfolg geglaubt habe, wie die Biographin lakonisch
feststellte. Aber als es in der Spiegel-Bestsellerliste auftauchte,
war die erste Auflage bereits vergriffen. Weiter gestand sie, dass
diese Biographie die schwierigste Arbeit ihres Lebens gewesen sei.
Stück für Stück, aus einer heiteren Plauderei heraus,
erfuhren die Gäste Privates aus dem Leben des Oststars, der
1980 in den Westen ging und es als einzige Sängerin geschafft
hat, mit deutschen Liedern ein Star zu werden und zu bleiben",
wie Steineckert unterstrich. Das literarische Gespräch zwischen
den Frauen, die über die Arbeit am Buch zu Freundinnen geworden
sind, förderte Heiteres und Nachdenkliches im Leben der Künstlerin
zu Tage. Als ob zwei Hexen auf einem Besen zueinanderfliegen",
beschreibt die Erfolgsschriftstellerin ihre Liason mit der anspruchsvollen
Sängerin. Daran hätten beide vor 25 Jahren wohl nicht
geglaubt. Denn bei ihrer ersten Begegnung, der Verleihung des Kunstpreises
der Stadt Berlin", kamen sie sich nicht näher als Hund
und Katze". Ich konnte nicht wissen, dass sie in meinem
Namen gekränkt worden war", entschuldigt sich die Autorin
Jahrzehnte später dafür, der schönen Sängerin
Arroganz unterstellt zu haben. Heute weiß es die selbst ernannte
Krokodilmutter" besser. Die Fischer ist anders,
lyrisch, zurückhaltend, irgendwo zwischen Mädchen und
Dame, ganz Stimme und Musik...", beschreibt sie die 50-Jährige.
Wovon sich das begeisterte Publikum bei neuen und alten Titeln sogleich
überzeugen konnte. Dass die Begleitmusik dabei nur aus der
Konserve kam, störte die Bewunderer ihrer Dreioktavenstimme
nicht. Der Zugaben fordernde Beifall zeigte, ihr Publikum mag die
melancholischen neuen ebenso wie die heiteren Töne älterer
Lieder. Davon wird in der nahenden Open-Air-Saison noch mehr zu
hören sein, wie die Sängerin versprach, die im vergangenem
Jahr ihr 30. Bühnenjubiläum feierte.
(red)
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Freie
Presse, 1. April 2002:
Aue:
Die Frau, die nichts für Quermann war
Veronika
Fischer und Gisela Steineckert stellen im Auer Kulturhaus ihr gemeinsames
Buch vor
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Die Ost-Stars
schwimmen immer noch unverdrossen auf den Wellen der Zuneigung ihres
Publikums. Und dem gesellen sich inzwischen auch Jüngere hinzu.
So nutzen die altbekannten jede Möglichkeit, im Gedränge
des hart umkämpften Unterhaltungsmarkts, das Interesse an ihnen
wachzuhalten.
Am Sonnabend
fanden sich die Schriftstellerin Gisela Steineckert und die Sängerin
Veronika Fischer im dicht besetzten kleinen Saal des Auer Kulturhauses
ein. Anlass war ihr gemeinsames Buch über Veronika Fischer:
Diese Sehnsucht nach Wärme".
Wie immer war
der Beifall freundlich bis begeistert, wenn Veronika Fischer sang,
diesmal nur zur klingenden Konserve. Heinz Quermann fand sie
nie gut", meinte Gisela Steineckert und ergänzte: Du
bist die einzige Sängerin, die es geschafft hat, mit deutschen
Liedern ein Star zu bleiben. Und du bist süchtig nach neuen
Liedern." Die Sängerin erklärte: Ja, denn ich
habe nicht nur eine Vergangenheit."
Beide betonen
ihre enge Freundschaft, die sie - die zwei guten Hexen"
- eingegangen sind. Der Grundton ihrer Lieder und Texte ist melancholisch.
Darum wohl klagte die Autorin: Und immer mehr Sender mit nichts
als guten Launen." Aus der neuen CD Tief im Sommer"
sang Veronika Fischer das gleichnamige Lied mit dem Text von Gisela
Steineckert Auf die Dauer bleib' ich nicht allein - nach dir!"
heißt es darin.
Beide Künstlerinnen
erzählten vom Jahr 1975, als Veronika Fischer sehr viele Hits
unter die Leute brachte und Interpretin des Jahres" wurde.
Doch dann kam der Tag, als Franz Bartsch, der Schreiber ihrer Lieder,
nicht mehr aus Westberlin zurückkam. Damit war meine
Karriere in der DDR beendet. Die Lieder von ihm wurden für
die Medien gesperrt."
Sie ging nach
drüben, beantragte Arbeitslosengeld. Aber Fachleute der Branche
kannten sie. Betteln wollte ich nicht. Und so habe ich sechs
Alben gemacht." In die Geschichte eingegangen und unvergesslich
ist wohl die Szene, als sie zur Wendezeit von Gunter Emmerlich in
die Showkolade" eingeladen wurde. Unverhofft noch in
Straßenschuhen, geriet sie auf die Bühne der Semperoper.
Emmerlich fragte nur: Wo warst du denn so lange?"
Nach dem Abend
mit den beiden Künstlerinnen wurden CDs und Bücher signiert.
Nationalpreisträgerin Steineckert hat viel geschrieben für
Film, Fernsehen und Hörspiel, war die Chefin des Komitees für
Unterhaltungskunst der DDR. Die fast 40 Bücher und Büchlein
wie Lieber September" und die Weibergedichte Nun
leb mit mir" fanden und finden viele Leser. Davon, betonte
die Schriftstellerin, sei Diese Sehnsucht nach Wärme"
für sie das schwerste Buch gewesen. Und immerhin sei es in
der Bestsellerliste des Nachrichtenmagazins Der Spiegel"
aufgetaucht.
(PAU)
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Ostsee-Zeitung,
18. März 2002:
Vronis
Bücher nach Gastspiel vergriffen
220 begeisterte
Zuschauer erlebten einen mitreißenden Auftritt von Veronika
Fischer
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Alle 220 Plätze
der Barther Boddenbühne waren am Sonnabend zum Gastspiel von
Fischer und Steineckert restlos ausverkauft. Die Besucher waren
überwältigt, die Sängerin live erlebt zu haben.
Barth(OZ) Susi
Gallus und Angela Schüttler waren hingerissen: Veronika
Fischer so dicht und live zu erleben, ist einfach toll. Sie ist
so natürlich und noch so außergewöhnlich schön
für ihr Alter". Wie diese zwei Damen kamen die meisten
der 220 Gäste völlig aufgelöst in die Empfangshalle
der Barther Boddenbühne nach der Buchvorstellung zurück.
Gisela Steineckert,
für die längste Komposition eines Liedes hat sie übrigens
acht Jahre gebraucht, und Veronika Fischer (50) hatten am Sonnabend
dort ihr neues Buch Sehnsucht nach Wärme" vorgestellt,
das ein literarisches Gespräch der zwei Frauen beinhaltet.
Es bietet seltene Einblicke in das Privatleben von Vroni"
und zeichnet ihren Weg auf der Bühne nach. Außerdem gab
Fischer zwischen den Dialogen mit Steineckert auch viele ihrer alten
und einige ihrer neuen Lieder zum Besten.
Die meisten
Besucher eilten direkt nach dem Gastspiel zu dem kleinen Bücherverkaufsstand
in die Vorhalle, der an diesem Abend restlos leergekauft wurde.
Nur wenige hatten
das Buch schon gelesen. Eine von ihnen war Bärbel Müller.
Sie sei von dem Buch enttäuscht. Es sei schwer verständlich,
eher für Insider geschrieben. Das Werk sei eher ein Monolog
von Gisela Steineckert als ein Dialog der zwei Frauen: Ich
habe mir mehr über das Leben von Veronika zu erfahren erhofft.
Aber heute fand ich beide sehr gut. Eigentlich bin ich ja auch ein
Fan von beiden". Bernd Hippner, der angab, ein ehemaliger Sicherheitsbeamter
der Sängerin zu sein, hält das Buch für gelungen.
Er finde sogar einige Aspekte aus seinem Leben in dem Buch wieder,
die damalige Zeit sei gut dargestellt.
Die zwei Künstlerinnen
gaben unterdessen zu, dass sie nie mit einem Platz in der Bestseller-Liste
des Spiegels gerechnet hätten.
Nach den zwei
Stunden fiel den Besuchern der Abschied schwer. Zweimal mussten
die Frauen die Bühne zum wiederholten Mal betreten. Als Zugaben
sang Veronika Fischer zwei Lieder ihrer neuen CD Tief im Sommer".
Gisela Steineckert gab den Gästen noch ein paar philosophische
Worte mit auf den Weg: Es hat Spaß gemacht mit euch unbekannten,
nahverwandten Seelen".
(Virginie Hotass)
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Märkische
Oderzeitung, 17. Februar 2002:
Veronika
Fischer im Kunstspeicher Friedersdorf
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Friederdorf
(MOZ) Sie waren wegen ihr gekommen. Wegen Veronika Fischer. Die
Fischer im Kunstspeicher - das hatte dem Haus mehr Kartenanfragen
denn je eingebracht. Gut 100 Gäste konnten sie und Gisela Steineckert
erleben.
Die Sängerin
Veronika Fischer - 50, seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne
- und die Lyrikerin Gisela Steineckert - eine 70-Jährige, die
von sich sagt, sich heute stärker zu fühlen als mit 50
- haben sich nach 25 Jahren wieder gefunden. Getroffen haben sie
sich schon vor mehr als 25 Jahren. Damals kannten wir uns
gar nicht. Ich hatte sechs Berlin-Texte geschrieben, die Günter
Fischer vertonte, und Veronika sang sie plötzlich. Dafür
bekamen wir den Kunstpreis der Stadt Berlin. Das erste Mal gesehen
haben wir uns bei der Preisverleihung im Roten Rathaus, ohne uns
anzusprechen."
Im Jahr 2000
ging die Sängerin auf die Lyrikerin zu, wollte, dass die Steineckert
für sie Texte schrieb. Gemeinsame Lieder entstanden, und so
übertrug Veronika Fischer der Steineckert auch ihre Biografie.
Entstanden ist keine Lebensgeschichte im herkömmlichen Sinne.
Das Seelenleben der Fischer und die Annäherung zwischen beiden
Frauen stehen im Mittelpunkt. Der Leser vollzieht nach, wie das
Nachdenken über ihr Leben beim Schreiben des Buches die beiden
Frauen einander nahe brachte. Gisela Steineckert erzählt: Auch
ich war damals ärgerlich, als Vroni Fischer plötzlich
weg war. Aber wir wussten nicht: Sie wollte nicht weggehen, aber
sie wurde hinausgedrängt. Über Nacht durften all ihre
Lieder nicht mehr gespielt werden, Konzerte, Auslandstourneen wurden
abgesagt."
Dass sich die
Fischer treu geblieben ist, war in Friedersdorf zu spüren.
Mit Liedern voller Sinnlichkeit und Poesie hat sie sich mit ihrer
kraftvollen Drei-Oktaven-Stimme in das Herz ihres Publikums in ganz
Deutschland gesungen. Dennoch mag sie nicht verbergen, dass ihre
Wurzeln im Osten sind. Sie spricht ohne Bitterkeit von jener Zeit.
Trotz allem Geschehenen.
Wohl nicht zufällig,
wohl auch deshalb ist die Fischer- Biografie mit Diese Sehnsucht
nach Wärme" (Verlag Das Neue Berlin") überschrieben.
Jene Sehnsucht empfanden auch die Gäste in Friedersdorf. Vor
allem in den Liedern, die erklangen. Noch lange schrieben Veronika
Fischer und Gisela Steineckert Autogramme auf Bücher und vorallem
auch auf CD's.
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Neues
Deutschland, 13. Februar 2002:
Frauensicht
und Fraueneinsicht
Überraschungserfolg
aus dem Osten: Veronika Fischers »Sehnsucht nach Wärme«
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Der Erfolg kam
so schnell wie unvorhergesehen. Kaum sind im September die Erinnerungen
der Sängerin Veronika Fischer erschienen, da waren sie auch
schon ein Renner. Bald gar sowas wie Bückware: Als das Buch
Ende Januar von Null auf Platz 14 der »Spiegel«-Bestseller-Liste
hüpfte, war die erste Auflage bereits vergriffen. Von den 7000
Exemplaren der zweiten Auflage, ab dem 18. Februar lieferbar, ist
bereits die Hälfte vorgemerkt.
Auch die Live-Veranstaltungen,
die »Vroni« Fischer zusammen mit Gisela Steineckert
unternimmt, erfreuen sich ungeahnter Beliebtheit: So kamen in Brandenburg
rund 600 Begeisterte in einen Saal, der eigentlich nur 500 fasst.
Bis in den Mai hinein ist das Gespann Fischer-Steineckert auf Tournee,
Verhandlungen für weitere Lesungen reichen bis in den Bücher-Herbst.
Dabei sollte »Sehnsucht nach Wärme« eigentlich
nur »ein literarisches Porträt« werden, so Veronika
Fischer. Die nonkonforme Lebensbeichte entstand innerhalb von sechs
Monaten, in intensiver Zusammenarbeit mit Gisela Steineckert. Deren
bescheidenes Ziel: »Die Leute nicht zu langweilen.«
Doch ausgerechnet dieses Buch, nur wie nebenbei auch ein Porträt
der DDR, schlug ein, während eine Unmenge anderer Biografien
sich wie Blei in den Lagerräumen hält.
Auch wenn man
mit einem so ehrlichen Werk, das statt ständiger Siegespose
auch Selbstkritik bereit hält, niemals die Verkaufszahlen von
Trivial-Bestsellern erreicht: Für die Ostberliner Verlagsgruppe
Eulenspiegel / Das Neue Berlin ist es ein Supererfolg. Der Grund
dafür mag just in dieser feinen Art von Durchdachtheit liegen.
Die weibliche Besonnenheit trifft genau den Nerv.
Gisela Steineckert
freut sich schon deshalb, weil »dieser Erfolg ja auch ein
Plädoyer für Anspruch ist«. Veronika Fischer meint:
»Das Lesen gehört zu unserer Identität, zu unserem
Leben.« Das Buches sei wohl auch deshalb gefragt, vermutet
sie, weil »es Geschichtsbezug hat«. Bei ihren Gesprächen
mit Lesern stellte sie ein »Aufarbeitungsbedürfnis«
fest.
Mitunter, so
Gisela Steineckert, überwiegt auch schlicht der Fan-Kult. Es
kommt vor, dass jemand bei Veronika Fischers Anblick verzückt
ausruft: »Sie gibts ja wirklich!« Die bildschöne
Sängerin ist als geschiedene allein Erziehende mit aller Unbill
des Alltags bestens bekannt und gilt als Ostdeutsche, die einst
in den Westen ging, nun vielen zugleich als verlorene Tochter, die
»zurückkam«. Gisela Steineckert gibt ein »mütterliches«
Verhältnis zu. Zwei ungleiche und doch seelenverwandte Frauen
in ihrem Dialog sprechen sie aus, was viele, besonders im
Osten, bewegt.
(Gisela Sonnenburg)
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Ostsee-Zeitung,
4. Februar 2002:
Frauen
wie Feuer und Wasser
Veronika
Fischer und Gisela Steineckert im Windspiel"
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Buchpräsentation
und jede Menge Autogramme: Gisela Steineckert und Veronika
Fischer.
Foto:
Andreas Golz
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Östliche
Altstadt(OZ)Zwei Frauen mit DDR- Karrieren wie Feuer und Wasser.
Nach der Flucht ihres musikalischen Inspirators Franz Bartzsch 1980
in den Westen war Veronika Fischers Laufbahn augenblicklich beendet.
Da schwebte Gisela Steineckert bereits als Cheflektorin im Rundfunk
und später als Vorsitzende des Komitees für Unterhaltungskunst
in ganz anderen Sphären.
Voriges Jahr,
als für die Fischer vieles rund lief - Geburtstag, Bühnenjubiläum
- , bat die Künstlerin die Schriftstellerin um neue Liedtexte.
Wir wussten vorher nichts voneinander und sind aufeinander
zugegangen. Das ,Aufschließen' einer Künstlerin, wer sie
ist, was sie will - reizvoll und schwerste Arbeit", blickt
Steineckert auf zaghaftes Herantasten zurück.
Heraus kam ein
Buch über Veronika Fischer, das in der ersten Auflage vergriffen
und jetzt in der Spiegel-Bestsellerliste platziert ist. Am Sonnabend
präsentierte das Duo Steineckert /Fischer in zwei Veranstaltungen
- die die Nachfrage bei weitem nicht deckten - im Cafe Am
Windspiel" das literarische Porträt Diese Sehnsucht
nach Wärme". Gisela Steineckert gibt Vorlagen und Veronika
Fischer erzählt. Über Kindheit, musikalische Ausbildung
in Dresden - in der Klassik wäre ich Altistin geworden"
- , Wohnung mit Kachelofen, Mutterrolle und natürlich über
Einflüsse kreativer Zeiten und Musiken in den Siebzigern. Ihr
Leben in Männer-Übermacht: Frontfrau in der Gruppe Panta
Rhei, später mit eigener Band. Klassische Liedführungen
in ihren unvergessenen Hits, die die Vroni" in unzähligen
Konzerten einmalig machte. Sie hat die Musiker auf ihre Linie
eingetrimmt", erinnert sich Zuhörer Bernd Hameister, dem
Gisela Steineckerts Gesprächsführung mit der Sängerin
sehr gut gefiel. Wir sind ja mit Vronis" Liedern
großgeworden."
Später
im Westen musste sie sich umstellen, sagt Veronika Fischer, doch
sie habe sich etabliert. Dreißig Jahre Karriere, 16 Alben,
2000 bestrittene Konzerte - über den Daumen gepeilt"
- und für dieses Jahr viele Vorhaben belegen: Sie ist
die einzige Sängerin, die sich nach so vielen Jahren im Rock-,
Pop- und Balladenbereich als Star bezeichnen kann", sagt Gisela
Steineckert. Und so steht es denn auch im Buch.
(AG)
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Berliner
Zeitung, 14. Dezember 2001:
Abschied
von manchen Vorurteilen
Sängerin
und Dichterin stellen gemeinsames Buch vor
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"Ein paar
Vorurteile bin ich los geworden, aber alle meine Erwartungen an
diesen Abend sind vollkommen erfüllt worden", lautete
das eigentlich widersprüchliche Fazit von Margitt Steinke.
Wie die 48-jährige Pankowerin dachte am Mittwoch noch manch
anderer Besucher nach dem Leserforum der "Berliner Zeitung".
Viele waren gekommen, um eigenen Erinnerungen an die DDR-Sängerin
Veronika Fischer nachzuspüren. Doch sie lernten im Weißenseer
Club "H.O.F. 23" auch andere und neue Seiten der Sängerin
kennen.
Gemeinsam stellten
Veronika Fischer und Gisela Steineckert ihr gemeinsames Buch vor.
Ein Porträt der Fischer hatte es werden sollen. Doch die Steineckert
merkte bald: "Da musst du dich selber auf den Prüfstand
stellen, mit deinen Ansichten von damals und von heute." So
ist es ein Buch über beide Frauen geworden. "Das war die
schwerste Arbeit meines Lebens", sagt die inzwischen 70-jährige
Steineckert über die Monate der gegenseitigen Annäherung
und des Schreibens.
Gisela Steineckert
ist umstritten. Nicht jeder mag ihre Texte. Vor allem aber kritisiert
sie mancher heute wegen ihrer damaligen Arbeit als Präsidentin
des DDR-Komitees für Unterhaltungskunst. 1981 dichtete sie:
"Wenn ich fortginge wie ein Dieb in der Nacht / oder lauthals
wegen meines schönen Bildes von der Welt / geh ich niemanden
mehr an." Ein Jahr zuvor hatte Veronika Fischer die DDR verlassen.
- Doch die Fischer hat heute selbst die Steineckert um die Arbeit
an dem Buch gebeten. Und sie singt auf ihrer jüngsten CD Texte
von ihr. Sie ist überzeugt: "Gisela hat ihre Meinung zu
vielen Dingen seit damals geändert. Sie ist heute ehrlich,
wie sie in der DDR eben auch ehrlich und idealistisch geglaubt hat."
Immer wieder
kommen Lieder
Gisela Steineckert
liest aus dem Buch und plaudert mit Veronika Fischer über die
Jugend in einem kleinen thüringischen Dorf. Über das Leben
eines DDR- Stars - in einer kleinen Wohnung mit Außenklo und
die Tourneeplanung ohne Telefon. Über die Familie. Über
den neuen Start in den 80ern in West-Berlin. Dort ist sie nicht
mehr der Star, aber auch dort kommt sie an, anders als das damals
in den DDR-Medien dargestellt wurde. Und zwischen den Lesestellen
werden vom Band immer wieder die Lieder eingespielt: "Guten
Tag", "Dass ich eine Schneeflocke wär " oder
der Erfolg des Jahres 2001, "Tief im Sommer".
(Matthias Kunert)
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Ostsee-Zeitung,
27. September 2001:
Melancholischer
Blick zurück
Gisela
Steineckert und Veronika Fischer stellten ihr Buch in Rostock vor
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Veronika
Fischer (r.) und Gisela Steineckert in der Rostocker Universitätsbuchhandlung
Phönix.
Foto:
Häntzschel/nordlicht
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Rostock (OZ)
Am Dienstag war der abendliche Besucherandrang in der Phönix-Buchhandlung
in der Rostocker Breiten Straße groß wie lange nicht.
Man hatte Mühe, alle verfügbaren Stühle aus den Magazinen
zu holen. Mehr Menschen seien, so jedenfalls war zu erfahren, lediglich
in der Harry- Potter-Nacht" im Hause gewesen.
Der Andrang
galt diesmal zwei Frauen, die jede auf ihre Weise stark und sympathisch
sind: Veronika Fischer, der Sängerin, und Gisela Steineckert,
der Schriftstellerin. Anlass war eine Buchpremiere: Gisela Steineckert
hat auf Wunsch der Sängerin ein Buch über sie geschrieben,
das unter dem Titel Veronika Fischer. Diese Sehnsucht nach
Wärme" vor wenigen Tagen im Verlag das Neue Berlin erschienen
ist.
Das gemeinsame
Arbeiten an diesem Buch bestimmte auch den Verlauf des Abends: Die
Autorin spielte mit Vroni" ein Interview, das sich oft
genug umkehrte und mit passenden Titeln aus der CD-Konserve gewürzt
wurde. Auf diese Weise kam ein beziehungsreiches Gespräch zustande,
das auf das Interesse des Publikums traf. Man erfuhr zu Beginnvon
der Thüringer Bindung der Sängerin, über die Taubstummheit
in der müttlerlichen Linie und die daraus resultierende Lust
an der Musik. Es war die Rede von den schwierigen Lebensumständen
in den siebziger Jahren, als Fischer & Band schon bekannt waren,
aber immer noch halb illegal in kleinen Berliner Wohnungen mit Plumsklo
eine Treppe tiefer
wohnten.
Mehr noch war
die Rede von den Kreativpartnern der Sängerin, von den Gruppen
natürlich, mit denen sie zusammen gearbeitet hat wie die Fred-Herfter-
Combo, die Stern Combo Meißen, Panta Rhei und ihrer eigenen
Band schließlich. Dann von Komponisten wie Franz Bartzsch,
Thomas Natschinski und Textern wie Jens Gerlach und Kurt Demmler
(und Texterinnen wie auch eben Gisela Steineckert).
Natürlich
ging es auch um ihre künstlerischen Auffassungen. Und dazu
gehört das Kapitel, warum sich Veronika Fischer nach ihrer
Übersiedlung im Jahre 1981 trotz lukrativer Angebote weder
als Schlagersängerin noch als Reisende in Sachen Autohäuser
hat vereinnahmen lassen. Es ging auch um den Versuch, die Sängerin
nachträglich gegen all die vielen Anfeindungen und Unterstellungen
zu DDR-Zeiten und danach - z. B. über die Umstände und
Gründe des Wegganges aus der DDR und ihrer Reflektion darüber
- in Schutz zu nehmen. Zu hören waren vielleicht ein bisschen
mehr Rechtfertigung und Richtigstellung als nötig gewesen wären.
Gisela Steineckert
gab Einblicke ins Innere der Unterhaltunsszene und Kulturpolitik
der DDR, die zwar nicht mehr überraschen, aber einem immer
noch den Kaffee hochkommen lassen (das Lizenzgebaren bei Amiga,
der Umgang mit internationalen Auftrittsangeboten oder dem Urheberrecht,
die Privilegien"-Handhabung usw.).
Wie sehr Gisela
Steineckert selbst in all das integriert war und ist, merkt man
vor allem am Ton, der das Buch bestimmt, aber auch den Abend über
zu spüren war: Trotz aller geistreichen und bezüglichen
Apercus und Apropos blieb das ganze ein bisschen verhalten-wehmütig,
vielleicht sogar abgeklärt-melancholisch. Man hätte sich
manches auch eine Spur lustiger, provokativer oder doch wenigstens
dynamischer denken können.
(Bernd Melzer)
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